Immer wieder gibt´s im Jugendcafé tolle Partys und Aktionen. Kein Wunder, dass sowas auch in der Zeitung steht. Wen´s interessiert, der kann hier einige Artikel durchlesen. Viel Spaß!
STRASS – „Herzlich willkommen zum Saufest” steht mit rotem Herz und großen Buchstaben auf ein riesiges Leintuch vor dem Straßer Jugendhaus geschrieben. Kinder, Jugendliche, aber auch viele Eltern und Nachbarn sind der Einladung des Jugendhauses MP 75 am Samstagabend zahlreich gefolgt und haben sich von der Jugend verköstigen lassen. „Wenn es um die Organisation des Saufests geht, sind die Jungs und Mädels vom Jugendtreff voll dabei”, lobt Theresia Baamann (24), Bezirkssekretärin der christlichen Arbeiterjugend (CAJ), die das MP 75 betreut. 20 Jugendliche haben das Fest geplant, einen Dienstplan für die Helfer ausgetüftelt, für ein großes Salat- und Kuchenbuffet gesorgt. Namensgeber für das gemütliche Beisammensein im Garten hinter dem Jugendcafé ist die Speisekarte: „Das Besondere an unserem Saufest ist das Spanferkelessen”, erklärt Matthias Bieber (30), der im beliebten Jugendtreff seit Jahren ehrenamtlich engagiert ist. Die Agenda-Beauftragte der Gemeine, Christina Merz-Prueller, hat im zum Fest eine Spende der örtlichen Firmen über 385 Euro überreicht. Für ihr Café werden die Jugendlichen davon neue Barhocker und ein Regal kaufen. Den gleichen Betrag hat auch das Organisationsteam der Nersinger „Hometown Alliance” als Grundstock für ihr nächstes Rockkonzert erhalten.
Erschienen am 12.09.2007 in der Südwestpresse
Nersingen-Straß
Da sage doch noch einer, die Jugend sei nicht engagiert und hilfsbereit. Ein beeindruckendes Beispiel aktiver Unterstützung anderer wird an Montagabenden in den Räumen des Jugendcafé MP 75 in Straß geboten. Knapp 30 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren büffeln mit großem Eifer für den „Quali” und damit ihre berufliche Zukunft. Unterstützt werden sie dabei von „Hobby-Lehrern”, die zwischen 17 und 30 Jahre alt sind.
Vor vier Jahren machte das engagierte achtköpfige Team des Jugendcafés den Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen der Anton-Miller-Volksschule in Straß, das Angebot, ihnen kostenlos bei der Vorbereitung auf den „Quali” zu helfen. Das Projekt wurde zu einem vollen Erfolg.
Das motivierte natürlich auch jene knapp 30 Buben und Mädchen, die am Montagabend nicht zum Feiern, sondern zum Büffeln ins Jugendcafé gekommen waren. Es herrschte eine lockere Atmosphäre. „Das muss so sein”, erklärte Matthias Bieber vom Leitungsteam des MP 75. Wichtig sei auch die Unterstützung seitens der Schule. Und da habe man in Konrektor Jovan Jovanovic den richtigen Ansprechpartner gefunden, wird gelobt.
Die „Hobby-Lehrer” gehen ganz individuell auf die Wünsche und Probleme ihrer „Schüler” ein. Deutsch, Mathematik, Englisch und GSE (Geschicht-Soziales-Ethik) stehen an diesem Abend auf dem Stundenplan. „Ich möchte unbedingt in Deutsch eine Zwei statt einer Drei”, erläutert die 15-jährige Caroline aus Silheim, warum sie am Montagabend noch zwei zusätzliche Lernstunden einschiebt. Für Nathalie aus Nersingen, die Hotelfachfrau werden möchte, wäre es „einfach toll”, wenn sie in Englisch und Deutsch mit einer Zwei, besser noch mit Eins, in die „Quali”-Prüfungen gehen könnte.
Anja aus Anhofen steht mit dem Zinsrechnen ein wenig auf Kriegsfuß. Sie hofft, sich in Mathe bis zu den Prüfungen noch auf eine Zwei zu verbessern. „Ich kapiere das einfach nicht so recht”, umschreibt auch die 15-jährige Rebecca ihr Matheproblem.. Fund deshalb ist sie „richtig froh”, dass ihr das MP 75-Team auf die Sprünge hilft.
Aufgrund der Erfahrungen der Letzten Jahre wissen die „Hilfslehrer” des jungen MP 75-Teams, was notwendig ist, um die Jugendlichen zu motivieren. Ihr erstes Motto lautet: Es muss ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden. Man duzt sich und geht fast kumpelhaft miteinander um. Die Jungen sehen die Älteren aber sehr wohl als Respektspersonen an, weil sie nicht nur von ihnen fordern, sondern ihnen erkennbar helfen wollen. Wichtig ist auch die Erkenntnis: „Alleine lernen macht keinen Spaß, gemeinsam geht´s viel besser.”
Die Schülerinnen und Schüler werden in verschieden Räumen unterrichtet. Matthias Bieber sitzt in einer reinen Männersunde, vier Jungs büffeln für Deutsch. Konzentriert gehen sie bei einem schwierigen Diktat zu Werke.
In einem anderen Raum pauken drei 15-jährige zusammen mit Isabell Netter die verflixten Englisch-Vokabeln. Thomas Schnattinger und Stefan Drexler erläutern an einem anderen Tisch „Gleichungen”. Andere Mathe-Gestresste” haben Martin Tomaschek und Timo Rodinger unter ihre Fittiche genommen. Damit das Ganze nicht zu trocken über die Bühne geht, steht an diesem Abend Daniel Träger aus Leibi hinter der Theke, um für die Getränke zu sorgen.
Nur Lob hat Rektor Lothar Schmidt für das unentgeltliche Engagement der MP-Helfer parat. „Ich finde das toll”. Auch in der Öffentlichkeit werde dieses in der Region einmalige Angebot sehr positiv wahrgenommen, sagt der Schulleiter auf Anfrage.
Selbstverwaltet
Das Jugendhaus MP 75 in der Ilgstraße in Straß wurde im Jahre 2000 von der Gemeinde Nersingen eröffnet. Es wird komplett von ehrenamtlichen engagierten Jugendlichen verwaltet. Das Führungsteam wird von der Christlichen Arbeiterjugend der Diözese Augsburg (CAJ) unterstützt, unter anderem von Silke Göltenbodt, der Bezirksekretärin der CAJ. Das MP 75-Team engagiert sich derzeit auch bei der Planung und Arbeiten, die im Ortsteil Nersingen zur Einrichtung eines Jugendtreffs (Die NUZ berichtete) laufen.
Erschienen am 22.02.2006 in der Neu-Ulmer Zeitung
Arbeit im Straßer Jugendcafé: Mitglieder der Christlichen Arbeiterjugend helfen Schülern, sich auf den qualifizierten Hauptschulabschluss vorzubereiten.
Strass – Wer Probleme mit dem Volumen der Pyramide hat oder sich die englischen Vokabeln nicht merken kann, findet montagabends im Straßer Jugendcafé MP 75 Hilfe: Rund 25 Neuntklässer, die im Mai ihre Abschlussprüfungen absolvieren, treffen sich hier mit einem achtköpfigen Team der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ). Sie wiederholen mit den Hauptschülern Unterrichtsinhalte, verbessern Hausaufgaben und besprechen gezielt Prüfungsfragen, um sie bei der Vorbereitung auf den qualifizierten Hauptschulabschluss (Quali) zu unterstützen.
„Wir wollen hier nicht Lehrer – Schüler spielen, erklärt Matthias Bieber vom MP 75- Leitungsteam, der bei der Prüfungs-Vorbereitung zum vierten Mal ehrenamtlich mitarbeitet. „Sondern wir möchten unserer Zielgruppe, den arbeitenden Jugendlichen, eine Hilfestellung in lockerer Atmosphäre bieten.”
Das Konzept kommt an: Punkt 18.30 Uhr strömen rund 25 Jugendliche in das Café, alle mit Büchern und Taschenrechnern ausgerüstet. „Wer möchte Mathe machen?” fragt Matthias Bieber in die Runde. Drei Viertel der Jugendlichen, die überwiegend aus Straß, aber auch aus den umliegenden Orten kommen, melden sich und teilen sich in kleine Gruppen auf. Anschließend wiederholen sie den neuen Unterrichtsstoff und rechnen Aufgaben dazu. Im nächsten Raum brütet eine etwas kleiner Gruppe über englischen Vokabeln. „Wir können hier so oft nachfragen, wie wir wollen, und bekommen alles so lang erklärt, bis es jeder kapiert hat”, erklärt Tanja Vlahek (16). Auch Sina Kunert aus Nersingen schätzt das Angebot: „Die erklären es besser als unsere Lehrer, weil sie selber noch nicht so alt sind.”
Breites Zusatzangebot
Bereits zum vierten Mal leiten Studenten, Schüler und Azubis ehrenamtlich solche Übungsstunden. Unterstützt werden sie von Silke Göldenbodt, die hauptamtlich für die CAJ arbeitet. Ihr Vorbereitungskonzept hat die Betreuergruppe den Abschlussklassen der Anton-Miller-Volksschule vorgestellt. „Die Lehrer haben oft nicht die Zeit, auf einzelne Probleme einzugehen”, sagt Thomas Schnattinger (21), der als Informatik-Student die Matheübungen übernommen hat. Ähnliche derartige Angebote gebe es in der Hauptschule nicht. Die CAJ bietet daher Hilfe für alle Fächer an.
Auch der 14-jährige Ivan Nadj aus Leibi hat sich der Mathe-Gruppe angeschlossen. „Ich verstehe es hier einfach besser”, ist er sich sicher. Von Mitte März an wollen die Betreuer mit ihren Schützlingen gezielt Prüfungsaufgaben durchgehen. Wer sich unsicher bei der Bewerbung fühlt, findet auch dabei Hilfe. „Wir haben auch schon Bewerbungsgespräche nachgespielt, damit die Schüler Sicherheit gewinnen”, erzählt Matthias Bieber. Diese erste Prüfung haben Tanja, Sina und Ivan schon hinter sich: Sie hoffen jeweils auf Zusagen als Sozialpflegerin, Kindergärtnerin oder Industriemechaniker. Die Volumenformel der Pyramide üben sie vor der Matheprüfung nochmal.
Erschienen am 22.02.2006 in der Südwestpresse
Strass – Das Jugendcafé MP 75 im Nersinger Ortsteil Straß besteht seit fünf Jahren. Deshalb hatten die jungen Leute zum „Saufest” eingeladen. Mehr als 200 Gäste ließen sich vom Jugend-Team unterhalten und verköstigen. Maßkrüge wurden um die Wette geschoben, auf einer Fotowand konnte man die Entwicklung des Jugendhauses nachvollziehen, ein von den Jugendlichen selbst gedrehter Stummfilm entpuppte sich als Attraktion des Festes. Zum „Saufest” gab´s Spanferkel mit allem Drum und Dran. Abends spielte sogar das Wetter mit, also wurde bis in die Nacht hinein gefeiert. Seit das Jugendcafé 2000 eröffnet wurde, ist es zu einem Anziehungspunkt für junge Nersinger aller Ortsteile geworden. Neben dem regulären Cafébetrieb gibt es mittlerweile auch Spieleabende, Partys, Turniere und Diskussionsrunden.
Erschienen am 14.09.2005 in der Südwestpresse
Der Straßer Jugendtreff „MP75“ platzte fast aus den Nähten, als bei der Übertragung der Videokonferenz der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) von Berlin nach Straß die vier Jungs angesagt wurden, die zum „Zukunftsforum Bürgerschaftliches Engagement“ in die Bundeshauptstadt eingeladen waren. Sie vertraten die Jugend des „MP75“, die ich ehrenamtlicher Arbeit und mit Unterstützung der Gemeinde einen beispielhaften Jugendtreff geschaffen hat.
Die vier Diözesanverbände Augsburg, Aachen, Köln und Würzburg entsandten ausgewählte Abordnungen von Jugendlichen zu einer CAJ-Videokonferenz nach Berlin, die sich besonders durch ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet haben. Diese stellten dort die in Ihrem Heimatort verwirklichten Projekte vor. Die Jugendlichen des Straßer Jugendtreffs „MP75“ hatten Matthias Bieber, Johannes Aubele, Sven Stegmann und Heinz Wirbel als Abgeordnete „ins Endspiel“ nach Berlin geschickt. Das Quartett vertrat auf der Videokonferenz „Berlin-Strass“ die heimatlichen Farben so gut, dass ihre zurückgebliebenen Freunde nicht ohne Stolz und in Anlehnung an die laufende Fußballweltmeisterschaft jubelten: „Wir haben das Endspiel gewonnen!“
Innerhalb der Konferenz zum Thema „Zukunftsforum Bürgerschaftliches Engagement“ fand in der „Alten Feuerwache“ in Berlin-Kreuzberg ein „Parlamentarischer Abend“ statt, an dem auch Politiker wie Dr. Norbert Blüm (CDU) und Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Vertreter von Kirche und Verbänden teilnahmen. Der Parlamentarische Abend wurde per Video nach Straß übertragen. Dort waren die Jugendlichen im „MP75“ per Konferenzschaltung zugeschaltet. Natürlich fehlte es in dieser Konferenz nicht an Heiterkeit. So löste zum Beispiel die Frage nach dem Namen des Straßer Jugendtreff „MP75“ große Heiterkeit aus. Er entstand aus der „lieben Not“, den die Jugendlichen bei der Beschaffung des Maschinenputzes MP 75 hatten. Bei der Restauration des alten Straße Rathauses verbrauchten sie solche „Unmengen Putz“. Dass sie „nachfolgende Generationen für immer an die MP 75-Not erinnern“ wollten. Norbert Blüm hatte die Lacher auf seiner Seite, als von Straß nach Berlin gefragt wurde, wer Weltmeister wird. „Deutschland ist im Endspiel, in der 95. Minute wird Blüm eingewechselt. Das ist aber ein Geheimnis, nicht weitersagen“, nahm sich der ehemalige Arbeitsminister selbst auf den Arm. Natürlich wurde auf der Konferenz und in der Diskussion vor allem über „Bürgerschaftliches Engagement“ geredet. Hier stand dann die Entstehung des „MP75“ und der damit verbundene ehrenamtliche Einsatz der Jugendlichen im Vordergrund. Entstehung, Struktur und Angebote des Jugendtreffs wurden erklärt.
Bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten wurden die Konferenzteilnehmer direkt aus Straß informiert. Matthias, Johannes, Sven und Heinz erklärten den erstaunten Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern, mit welchem Engagement die 45 Jugendlichen in Straß aus dem dortigen alten Rathaus ein „tolles Jugendzentrum mit Küche, Café-Raum, Gruppenraum, Kreativraum und sanitären Einrichtungen geschaffen haben“. Der Vorstellung des „MP75“ folgte eine Diskussion aller Projekte, die zeigten, dass entgegen vieler Unkenrufe mit unserer Jugend doch „ein Staat zu machen ist“.
Erschienen am 06.2002 in der Neu-Ulmer Zeitung
NERSINGEN – Mit Champagner taufte der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Nersingen, Josef Zinder, das Jugendhaus in Straß auf den Namen „MP 75”. Und die zahlreichen Gäste begleiteten die „Tauf-Zeremonie” mit großem Beifall. Nun hoffen die jungen Menschen und die Gemeindevertreter, dass sich der Treff positiv entwickelt und es zu keinen Klagen aus der Nachbarschaft kommt. Denn das Jugendhaus in den ehemaligen Räumen das „Alten Rathauses” steht mitten im Wohngebiet, dessen sind sich die Verantwortlichen sehr wohl bewusst.
In der gesamten Gemeinde gibt es 1185 Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren. Zwar sind viele davon in Vereinen organisiert, doch fehlt es an jugendspezifischen Freizeitmöglichkeiten, vor allem im Winter und bei schlechtem Wetter. Dem wurde jetzt abgeholfen. Michael Oswald, einer der sieben Teamleiter, will mit seinen „Mitstreitern” alles tun, damit das Jugendhaus in Straß an der Ilgstraße nicht zum vorzeiten Scheitern verurteilt ist. „Wir werden deshalb mit den Eltern der Jugendlichen, die ins Haus kommen, reden und den Erfahrungsaustausch suchen.” Im gemeinsamen Gespräch sollen eventuell auftretende Probleme ausgeräumt werden.
Hausordnung
Außerdem steht für den Bezirksekretär der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) Iller-Donau und Nordschwaben fest: „Alkohol gibt´s es erst ab 18 Uhr. Aber nur Bier und keine harten Getränke.” Falls einer der Besucher zu viel trinke, werde sofort eingegriffen, versprachen die Verantwortlichen. Schließlich wurde eine eigene Satzung samt Hausordnung erarbeitet, an die sich jeder halten müsse.
Was nun am Samstag die zahlreichen erwachsenen Gäste beim „Tag der offenen Tür” zu sehen bekamen, versetzte sie in Staunen. Zwar habe es drei Jahre gedauert, bis die ehemalige Wohnung – ein Anbau ans alte Rathaus – zu dem geworden sei, was sie jetzt ist, doch die Mühe habe sich gelohnt, freute sich Bürgermeister Dieter Wegerer. Er eröffnete den Jugendtreff offiziell. „Gemeinderat und Bürgermeister sind froh, dass das Haus nicht abgerissen worden ist”, denn auch das stand zur Debatte. Stattdessen habe man gemeinsam angepackt und einen Treff geschaffen, den alle Jugendlichen aus der Gemeinde offen stehe, betonte Wegerer.
Wegerer hofft freilich, dass es mit den Sängern und dem Künstlertreff „a” – sie haben ebenfalls im alten Rathaus ihr Domizil – sowie mit den Bewohnern im Umkreis zu keinen Differenzen kommt. „denn wenn wir von außen Druck bekommen, tun sich Bürgermeister und Gemeinderat schwer, nach einer Lösung zu suchen”, warnte der Bürgermeister.
Von einer „großartigen Sache”, die überwiegend mit der Muskelkraft der Mitglieder der CAJ-Gruppe aus Straß realisiert worden sei, sprach Thomas Keppler, Diözesan-Sekretär der CAJ aus Augsburg. Beispielhaft nannte Keppler die vielen Stunden, die die jungen Leute investiert hätten. Die Gemeinde selbst steuerte mehr als 45000 Mark bei.
Den Besuchern bietet sich nicht nur eine komplette ausgestattete Küche – Den Herd dazu stiftete Josef Zinder – sondern auch weitere Räume, die toll eingerichtet sind. „Fast alles haben wir kostenlos bekommen”, freuen sich die Jugendlichen, die sich schon am ersten Tag sichtlich wohl fühlten. Es gibt einen Tischkicker, einen Computer- und Werkraum sowie einen Fotoshop.
Der Jugendtreff ist jeweils am Mittwoch von 18 bis 21.30 Uhr und am Sonntag von 15 bis 20 Uhr geöffnet. *
* Diese Öffnungszeiten sind nicht mehr aktuell
Erschienen am 30.10.2000 in der Neu-Ulmer-Zeitung
Vor drei Jahren, als die Straße Jugendlichen damit angefangen haben, die Räume im alten Rathaus zu renovieren, sah es dort katastrophal aus. Nach drei Jahren Arbeit ist der offene Jugendtreff fertig. Am Samstag wird er von Bürgermeister Dieter Wegerer offiziell übergeben.
STRASS – „Anfangs dachten wir mit ein bisschen Farbe sei´s getan”, sagt Andy. Dann habe jeder an einem anderen Eck in der alten Wohnung in früheren Straßer Rathaus angefangen, irgendetwas zu machen. „Der eine hat die Wand gepinselt, ein anderer am anderen Ende angefangen, den Putz abzuhauen”, erzählt Marcus und lacht. Irgendwann sei allen klar geworden, dass die Renovierung organisierter über die Bühne gehen müsse.
Ein harter Kern von zehn Leuten hat das in die Hand genommen, rund 20 andere Jugendliche halfen ab und zu mit. Es wurden Wände rausgerissen, Decken neu verputzt, ein neuer Boden und Elektrik verlegt, Toiletten eingebaut und und und. „Manchmal waren wir schon kurz davor, die Lust zu verlieren”, sagt der 19-jährige Andy.
Jetzt, nach drei Jahren Arbeit an ihren Treff, sind die Räume mit insgesamt rund 140 Quadratmeter in der Ilgstaße fertig und die Jugendlichen können stolz auf ihre Arbeit sein: Blauer Linoleumboden, helle Holzdecke, Sofas, ein Tischkicker und eine Theke im großen Aufenthaltsraum. In den beiden Gruppenräumen mit den bunt angemalten Holztüren soll künftig gewerkelt und bebastelt werden.
„Von 1994 bis 1996 hatten wir vorne in dem Haus schon Mal ein Jugendcafé”, erzählt Matthias über die Entstehung des Treffs. Das sei damals richtig gut gelaufen, und die Jugendlichen wollten sich vergrößern. Die Idee kam auf, in der Vier-Zimmer-Wohnung im Anbau einen Jugendtreff zu bauen. Die Gemeinde sagte zu, die Jugendlichen mit Material zu versorgen. Rund 45 000 Mark hat die Gemeinde in den Treff investiert inklusive der Handwerkerarbeiten wie Fliesenlegen und Elektroinstallation. In den vorderen Räumen des 1690 gebauten Gebäudes ist der Künstlertreff untergebracht, im oberen Stockwerk proben die Straßer Sänger. Die Jugendlichen haben zu ihren Räumen im hintern Teil des Erdgeschosses einen extra Eingang.
Nachdem Bürgermeister Dieter Wegerer die Räume morgen offiziell an die Jugendlichen übergeben hat, soll künftig mittwochs von 18 bis 21.30 Uhr und sonntags von 15 bis 20 Uhr offen sein *. Ein „Leitungsteam” wird an jedem Abend im Treff sein, das dafür verantwortlich ist, dass es keine Probleme gibt, dass anschließend geputzt wird und die Getränke eingekauft werden.
Willkommen ist in ihrem Treff jeder. „Sogar Leute aus Günzburg”, flachst einer. Schließlich gebe es in Nersingen und Umgebung nicht viel, was ein Jugendlicher machen könne. Die Befürchtung, dass sich ältere Leute daran stören, dass in dem Treff geraucht werden darf und Bier verkauft wird, sehen die Jugendlichen nicht. „Wir halten uns an das Jugendschutzgesetz und wer besoffen ist, kommt entweder gar nicht rein oder fliegt raus”, sagt Andy. Private Feste soll es in den Räumen nicht geben „Das hatten wir im alten Treff schon und das gab zu viel Ärger” sagt Marcus.
Dass es dennoch ab und zu mit Besuchern oder auch Nachbarn Ärger geben kann, ist den jungen Leuten klar. „Es gibt immer solche und solche”, sagt Matthias. Und manchmal könne unter den Besuchern von außerhalb auch Idioten sein. Ein Jugendhaus müsse man zu schätzen wissen, fügt der 23-jährige hinzu: Und nach der ganzen Plackerei der vergangenen drei Jahre wüssten die Straßer Jugendlichen das mit Sicherheit.
* Diese Öffnungszeiten sind nicht mehr aktuell
Erschienen am 27.10.2000 in der Neu-Ulmer Zeitung